Five Guys in finanziellen Schieflage: Schließung in Aachen – ist die Schildergasse-Filiale gefährdet?

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Die US-Burgerkette Five Guys, die seit 2017 mit großen Ambitionen auf dem deutschen Markt präsent ist, scheint sich in einer finanziellen Schieflage zu befinden. Während die erste Filiale in Aachen dauerhaft schließt (Quelle: AZ), stellt sich die Frage: Bedeutet dies ein Risiko für den Standort Schildergasse, oder zeigt der Betrieb hier eine andere Resilienz?

Die finanzielle Lage im Überblick

Auslöser der Frage, sind mehrere aktuelle Medienberichte über die angespannte Finanzlage von Five Guys in Deutschland, die sich primär auf den veröffentlichten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 stützen, der hohe Verluste in Millionen­höhe für die Geschäfte in Deutschland belegt.

Seit dem Markteintritt 2017 hat die deutsche Tochtergesellschaft von Five Guys anscheinend kumulierte Verluste von über 60 Millionen Euro angehäuft, in 2023 Verluste von mehr als 7,5 Millionen Euro. Bisher wurde der Betrieb in Deutschland durch finanzielle Unterstützung der britischen Muttergesellschaft aufrechterhalten. Der Gastro-Experte Markus Eirund kommt sogar zu einem harschen Urteil, Zitat: „Five Guys ist in Deutschland gescheitert“ (Quelle: RP).

Das Unternehmen selbst zeigt sich öffentlich zuversichtlich und betont sein weiteres Commitment für den deutschen Markt. Die europäische Muttergesellschaft verpflichtet sich in ihrem Jahresabschluss, die deutsche Tochtergesellschaft, Five Guys Germany GmbH, bis Ende 2026 jederzeit finanziell so auszustatten, dass sie ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Die Finanzierung der europäischen Geschäftseinheit von Five Guys ist durch eine kürzlich abgeschlossene Refinanzierungsvereinbarung über 185 Millionen Pfund (ca. 210 Millionen Euro) bis zum Jahr 2030 gesichert (Quelle: RP | Sky News).

Hinter den Kulissen laufen jedoch anscheinend an Standorten in Deutschland Verhandlungen mit Vermietern, um durch Mietreduktionen die Rentabilität zu erhöhen (Quelle: RP).

Der Standort Schildergasse 113-117

Die Filiale in der Kölner Schildergasse 113-117, die im Oktober 2021 eröffnet wurde und mit 600 qm eine der größten Deutschlands ist, operiert aktuell scheinbar unberührt. Die Daten zeichnen das Bild eines voll integrierten und aktiven Betriebes in Top-Lage:

  • Vollumfänglicher Betrieb: Der Store bietet weiterhin alle Service „Im Store“, „Click & Collect“, „Takeaway“ und „Delivery“ an.
  • Hohe Kundenzufriedenheit: Auf Lieferplattformen wie Uber Eats hält der Standort eine Bewertung von 4,3 Sternen bei über 2000 Bewertungen, was auf eine gute lokale Akzeptanz schließen lässt.

Aus Sicht eines Retail-Beobachters ist diese Filiale kein Zufallsstandort. Sie zählte in den letzten Jahren neben Marken wie Ray-Ban und Benetton zu den bedeutenden Neuansiedlungen auf der Schildergasse. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung der Location für die Kette in einer der frequentiertesten Einkaufsstraßen Deutschlands.