GALERIA an der Schildergasse steht erneut auf dem Prüfstand

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Es ist ein Déjà-vu, das niemand haben wollte: Die GALERIA-Filiale (ehemals Galeria Karstadt Kaufhof) auf der Kölner Hohe Straße am Übergang zur Schildergasse, steht erneut auf dem Prüfstand.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass das traditionsreiche Warenhaus um seine Existenz kämpft. Die aktuelle Nachricht, dass gleich alle Kölner Standorte auf der Kippe stehen, sorgt für Unruhe.

Die Begründung des Konzerns: „wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes einzelnen Standortes“, die Mietverträge laufen „mittelfristig“ aus, und GALERIA pocht auf „wirtschaftlich tragfähige Mietkonditionen“.

Finanzielle Basis für aktuelle Transformation bis 2029

Wie das Düsseldorfer Unternehmen in einer Mitteilung Ende Juni 2026 bekannt gab, wird das gesamte Geschäftsmodell in den nächsten Jahren strategisch neu aufgestellt.

Für diesen umfassenden Wandel hat sich GALERIA eine Finanzierung bis 2029 gesichert. Bereits für das Geschäftsjahr 2026/2027 rechnet das Unternehmen auf Basis der aktuellen Planungen mit operativ schwarzen Zahlen (bereinigtes EBITDA). Für das darauffolgende Geschäftsjahr 2027/2028 plant GALERIA sogar mit einem bereinigten EBITDA im dreistelligen Millionenbereich.

Im Zentrum der Neuausrichtung steht die Konzentration auf profitable Warenhäuser, verbunden mit einer Schärfung des Sortiments und einer Ausrichtung an lokalen Kundenstrukturen. Modernere Flächenkonzepte und die Steigerung der Verweilqualität stehen hierbei im Fokus. Die Neuausrichtung folgt sechs strategischen Handlungsfeldern: Filialportfolio, Sortiment, Fläche, Personal, Marketing und CRM sowie der kontinuierlichen Optimierung der operativen Kostenstrukturen.

Finanzielle Rückenstärkung für die Transformation

Die Finanzierung bis 2029 sicherte sich GALERIA über eine besicherte Kreditlinie bis zu 160 Millionen Euro von der Gordon Brothers Group. Wie Gordon Brothers bekannt gab, dient die Finanzierung der „laufenden Transformation und Neuausrichtung des Geschäfts“. Bei dem asset-basierten Finanzierungsinstrument handelt es sich um eine revolvierende Kreditfazilität, die GALERIA eine verbesserte Liquidität und Flexibilität verschafft, um den „umfassenden Transformationsplan“ umzusetzen.

Die Linie dient u.a. der Ablösung der bestehenden Drittfinanzierung sowie der Modernisierungs- und Effizienzinitiativen im laufenden Geschäftsbetrieb.

Nick Kitchin, Managing Director und Head of Lending & Transactions EMEA bei Gordon Brothers, erklärte: „Diese Transaktion spiegelt unsere Expertise bei der Strukturierung komplexer, asset-basierter Finanzierungslösungen wider, die auf die spezifischen Anforderungen von Einzelhändlern wie GALERIA zugeschnitten sind“

Kompakteres Warenhausnetz mit klarem Standortprofil

Das Unternehmen soll künftig ein deutlich optimiertes Warenhausnetz haben, fokussierter und konsequenter geführt. COO und Geschäftsführer Tilo Hellenbock betont: „Ein deutlich performanteres Warenhausnetz ist die Voraussetzung dafür, dass GALERIA seine Kundinnen und Kunden auch künftig begeistert und wieder langfristig profitabel wirtschaftet. In einigen Filialen müssen sich in diesem Kontext Rahmenparameter deutlich ändern. Die Gespräche mit den Vermietern, Politik und weiteren Stakeholdern werden wir mit klarer Perspektive führen.“

Ziel ist ein deutlich kompakteres Unternehmen mit klarem Standortprofil, frequenzgetriebenen Flächenkonzepten und einer konsequent kundenorientierten Sortimentslogik.

Die aktuelle Bedrohung: Filialen werden auf ihre Rentabilität überprüft

Eine weitere Mitteilung Ende Juli 2026 konkretisierte GALERIA nun seine Pläne und bestätigte das alle drei Kölner Filialen auf der Liste der gefährdeten Standorte befinden, darunter auch die Filiale Hohe Straße / Schildergasse. Insgesamt werden bis zu 33 der noch 83 GALERIA-Häuser geprüft.

Dass ausgerechnet dieses historische Haus erneut auf der Abschussliste steht, ist ein schwerer Schlag für die Kölner Innenstadt. Es ist mit 36.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte inmitten von zwei der frequenzstärksten Einkaufsmeilen Deutschlands, ehemaliges Stammhaus der Kaufhof AG und seit über 135 Jahren prägende Institution des Kölner Stadtbildes.

Ein Ausblick mit Fragezeichen

Die Geschichte der GALERIA (Kaufhof) der Hohe Straße am Übergang zur Schildergasse ist eine Achterbahnfahrt: Insolvenz, Rettung, neue Krise. Die Finanzierung scheint bis 2029 gesichert, das Unternehmen hat einen klaren Sanierungsplan, doch für die Kölner Filiale könnte das bedeuten, dass sie nicht mehr in dieses neue, kompaktere Konzept passt.